Autor: Rechtsanwalt Ahmet Bertuğ Dönmez Datum: 26. Juni 20261 Min. Lesezeit
Überstunden sind Arbeitszeiten, die unter den gesetzlichen Voraussetzungen 45 Stunden pro Woche überschreiten (Arbeitsgesetz Nr. 4857, Art. 41). Gilt ein Ausgleichszeitraum, sind Mehrstunden in einzelnen Wochen keine Überstunden, solange die durchschnittliche Wochenarbeitszeit 45 Stunden nicht übersteigt.
Wie wird berechnet?
Jede Überstunde wird mit dem um fünfzig Prozent erhöhten normalen Stundenlohn vergütet (Art. 41). Beträgt der Stundenlohn beispielsweise 200 TRY, sind für jede Überstunde 300 TRY zu zahlen.
Freizeitausgleich
Auf Wunsch kann der Arbeitnehmer statt des erhöhten Lohns für jede Überstunde eineinhalb Stunden Freizeit nehmen. Die Freizeit ist innerhalb von sechs Monaten, während der Arbeitszeit und ohne Lohnabzug zu gewähren (Art. 41).
Grenzen und Zustimmung
- Für Überstunden ist die Zustimmung des Arbeitnehmers einzuholen (Art. 41).
- Die Überstunden dürfen insgesamt 270 Stunden im Jahr nicht überschreiten (Art. 41).
- Für Überstunden aus zwingenden Gründen und in außergewöhnlichen Fällen gelten Sonderregeln (Art. 42, 43).
Nachweis und Klage
Der Arbeitnehmer muss die Überstunden beweisen. Dazu dienen Stundenzettel, Zugangsdaten, dienstliche Korrespondenz, E-Mails und Zeugen. Vor einer Klage ist die Mediation zwingend (Arbeitsgerichtsgesetz Nr. 7036, Art. 3).
Verjährung
Die Überstundenvergütung ist ein Lohnanspruch aus dem Arbeitsvertrag und verjährt in fünf Jahren (Türkisches Obligationengesetz Nr. 6098, Art. 147). Die Frist läuft für jeden Anspruch gesondert ab Fälligkeit; Ansprüche für Zeiträume, die länger als fünf Jahre zurückliegen, können daher verjährt sein.
Quellen
- Arbeitsgesetz Nr. 4857, Art. 41, 42, 43
- Arbeitsgerichtsgesetz Nr. 7036, Art. 3
- Türkisches Obligationengesetz Nr. 6098, Art. 147
Zu diesem Thema
Schildern Sie Ihr Anliegen kurz und nennen Sie gegebenenfalls das Zustellungsdatum des Dokuments.
Wie läuft es ab?